Eine neue wissenschaftliche Studie hat Bedenken hinsichtlich des Einsatzes von KI-Tools wie ChatGPT beim Brainstorming – insbesondere in Gruppen – geweckt. Laut der Studie lieferten Personen, die während des Brainstormings KI-Unterstützung nutzten, weniger vielfältige Ideen als diejenigen, die ohne diese Hilfe brainstormten.
Die Studie wurde von Forschern der Universität Wisconsin-Madison durchgeführt und in der Fachzeitschrift veröffentlicht. Nature Scientific Reports, Die Studie untersuchte, wie Teilnehmer unter verschiedenen Bedingungen Produktideen generierten: mit KI-Unterstützung, ohne KI und in Gruppen. KI-Tools steigerten zwar die Produktivität und halfen den Teilnehmern, in kürzerer Zeit mehr Ideen zu entwickeln, doch tendierten die Ideen dazu, sich auf gemeinsame Themen oder typische Reaktionen zu konzentrieren – wodurch Neuheit und Kreativität abnahmen.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass KI zwar die Effizienz steigern kann, ihre Anwendung aber unbeabsichtigt zu einer Vereinheitlichung kreativer Ergebnisse führen kann. Dieses Phänomen entsteht, weil generative KI darauf trainiert wird, statistisch wahrscheinliche Antworten auf Basis von Mustern in großen Datensätzen zu erzeugen und dabei häufig ähnliche Ideen wiederholt, die den Präferenzen der Mehrheit oder bestehenden Inhalten entsprechen.
Die Studie hebt einen wichtigen Zielkonflikt hervor: Der Einsatz von KI in der frühen Ideenfindungsphase kann zwar das Brainstorming beschleunigen und die kognitive Belastung reduzieren, birgt aber gleichzeitig das Risiko, die Bandbreite der berücksichtigten Perspektiven einzuschränken. Dies könnte insbesondere für Teams problematisch sein, die bahnbrechende oder unkonventionelle Innovationen anstreben. Die Forschenden empfehlen Organisationen und Produktteams daher, sorgfältig abzuwägen, wann und wie KI in kollaborativen Prozessen eingesetzt werden sollte, insbesondere in Kontexten, die stark von Kreativität abhängen.
Da Unternehmen zunehmend KI-Tools zur Steigerung der Arbeitseffizienz einsetzen, erinnert die Studie daran, dass eine übermäßige Abhängigkeit von generativer KI originelles Denken einschränken kann. Um den größtmöglichen Nutzen zu erzielen, empfehlen Experten, KI mit kritischem Denken durch Menschen und dem Input vielfältiger Teams zu kombinieren, um die Ideenvielfalt in Innovationsprozessen zu erhalten.
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